Gippsland

Über Ostern zog es uns in östliche Richtung nach Gippsland. Vor allem Lakes Entrance ist in Melbourne als Ferienort bestens bekannt. Gippsland selber erstreckt sich von den östlichen Vororten von Melbourne bis zur Grenze von New South Wales und ist in West, East und South Gippsland sowie das La Trobe Valley unterteilt. Im Norden des Gebietes sind bereits die Berge, welche bis zu 1,750 Meter hoch sind…. Unser Ziel war aber viel mehr das Meer.

Am Karfreitag fuhren wir also los und wollten noch schnell in unserem Coles Supermarkt was einkaufen. Eigentlich hat der 24 Stunden offen, aber eben am Karfreitag (und Ostern) nicht. Also nochmals zurück und die Spaghetti von zu Hause mitnehmen. Unser Tagesziel war Paradise Beach am Ninety Mile Beach, welcher rund 250 Kilometer von Melbourne entfernt liegt. Die Strasse ist recht gut ausgebaut und für einen kurzen Abschnitt konnte wir sogar ungewohnt hohe 110 km/h fahren. Wir stoppten im La Trobe Valley, wo 85% des gesamten Strombedarfs von Victoria (immerhin rund 5 Mio. Einwohner) produziert wird. Dies erfolgt vor allem mittels Abbau von Braunkohle, welcher zu eindrücklichen Gruben führt. Von dort fuhren wir weiter zum Tara-Bulga National Park, einem kleinen, aber feinen Nationalpark. Zuerst genehmigten wir uns eine kleine Stärkung in einem altbackenen, aber pittoresken Café, bevor wir eine kleine Wanderung unter die Füsse nahmen. Neben den obligaten Vögel sahen wir wieder einmal einen Echidna, welcher uns immer noch fasziniert.

Paradise Beach und Umgebung
Von hier war es nicht mehr soweit bis zum Nintey Mile Beach, welcher mit seinen rund 150 Kilometer der längste zusammenhängende Strand in Australien ist. In Paradise Beach haben wir ein Ferienhäuschen für zwei Nächte gebucht. Der Ort besteht vornehmlich aus Ferienhäuser sowie einem Laden, wo es (nur) die wichtigsten Sachen zu kaufen gibt, und das auch zu seinem Preis. Anyway, wir nutzten diesen Ort um am Ostersamstag in den Lakes National Park zu fahren. Eine Halbinsel mit viel Natur und Buschwalks. Wir beschränkten uns auf die Fahrt zu einem vermeintlich ruhigen und schönen Plätzchen am Ende der Halbinsel. Naja, wir waren nicht ganz die einzigen, aber witzig war es allemal mit all den Drachen-Steigversuchen.

Die Koalas von Raymond Island
Der Ostersonntag stand ganz im Zeichen der Koalas auf Raymond Island. Die Insel liegt knapp 20 Kilometer südlich von Bairnsdale und ist wahrhaftig nur einen Katzensprung von Paynesville entfernt. Die Überfahrt dauerte nur rund 5 Minuten. (Der Fahrpreis war sieben Dollars pro Auto retour, für Fussgänger ist es gratis). Im vorderen Teil der Insel hat es Ferienwohnungen und –häuser, der hintere ist aber voll von Koalas. Praktisch auf jedem zweiten Baum sitzt (oder vielmehr schläft) einer dieser flauschigen Viecher. Wir konnten uns kaum satt sehen und schossen Dutzende von Fotos. Eine Fahrt über die Insel führte in immer kleiner werdende Strassen, bis uns schliesslich eine kleine Forststrasse zurück auf eine grössere brachte.

Die Nacht verbrachten wir in einem Motel in Bairnsdale, einem Ort mit rund 8,000 Einwohner. Da an Ostern (praktisch) alles geschlossen hat, genossen wir das Ostermahl im RSL, einem Spielcenter mit angeschlossenem Restaurant. Halb Bairnsdale hatte sich hier eingefunden um das (einigermassen) feine Buffett zu geniessen.

Über Lakes Entrances zurück nach Melbourne
Unsere letzte Station war Lakes Entrance, eines der Hauptreiseziele der Melburnians. Und wir wussten auch bald wieso. Der Ort liegt an einem Inlet des weitverzweigten Seensystems. Über eine Fussgängerbrücke gelangt man auf eine Art Halbinsel mit dem schönen Strand. Leider war das Wetter nicht mehr top, so dass wir nur eine kurze dort verbrachten. Noch schnell einen Kaffee genossen, bevor wir uns auf die 320 Kilometer zurück nach Melbourne machten. Eigentlich wollten wir noch unseren Osterstau fotografieren, aber (zum Glück) ging es ganz flott vorwärts.

Fotos: Gippsland