Wilsons Promontory

Der Nationalpark Wilsons Promontory liegt etwa 220 Kilometer südöstlich von Melbourne und ist der südlichste Punkt vom Festland Australien. Die Fahrt durch die Vororte von Melbourne und dann durch sanfte, hügelige Landwirtschaftsgebiete dauert etwa 3½ Stunden. Wilsons Prom (wie er hier genannt wird) ist seit 1898 ein Nationalpark und ein äusserst beliebtes Ausflugsziel. Der einzige Ort im Park selber ist Tidal River. Ort ist etwas übertrieben, nebst einem Shop, einem Touri-Informationscenter, einem Café und einer Tankstelle, hat es knapp 500 Campingplätze und es gibt ein paar Hütten und Cabins zu mieten. Diese sind jeweils einige Monate im Voraus ausgebucht. So haben wir unsere kleine Hütte für das letzte November Wochenende bereits im Juli gebucht.

Wetter
Normalerweise ist das Wetter Ende November relativ stabil und trocken. Leider war es diesmal nicht der Fall. Wir fuhren am Freitag abend nach der Arbeit bei leichtem Regen los. Jedoch intensivierte sich dieser am Samstag noch und es regnete den ganzen Tag. So machten wir halt statt einer längeren Wanderung eine kurze Regenschirm-Exkursion. Auch der Sonntag morgen sah nicht besser aus. Wir wollten bereits zusammenpacken und in Richtung Melbourne zurückfahren, als die Sonne sich zaghaft zeigte. Und siehe da, es wurde doch noch bestes Wetter mit angenehm warmen Temperaturen.

Wombats
Neben der tollen Landschaft sind die Tiere die Hauptattraktion von Wilsons Prom. Es ist einer der besten Orte um Wombats zu sehen. Die putzigen Tiere kommen in der Dämmerung aus ihren Erdlöchern um Gras zu fressen. So tummeln sich dann auch unzählige auf dem Zeltplatz von Tidal River und zotteln über die Strasse. Teilweise werden sie aber schon ganz frech und suchen im Zelt nach Futter. Aber auch andere Tiere gibt es in Wilson Prom zu sehen. Wallabies, Kängurus, Echidnas und Emus, diverse Vögel – alles da. Und das macht den Nationalpark auch so speziell.

Wanderungen
Wilsons Prom ist aber auch ein Wanderparadies. Für den Samstag hatten wir eine längere, rund 6-stündige Wanderung geplant, welche dann aber regelrecht ins Wasser fiel. Neben einigen mehrtägigen Wanderrouten (unter anderem zum Leuchtturm an der Südspitze der Halbinsel) bietet der Park aber auch unzählige kürzere Wanderungen. Wir haben die paar Minuten an den Squeaky Beach unter die Füsse genommen. Anscheinend knirscht der Sand unter den Füssen. Naja, wahrscheinlich nur wenn er trocken ist. Unser nächster Stop war der Cotters Lake. Durch den ausgetrockneten See führt ein Weg ans Meer, was einen eindrücklichen Landschaftswechsel ergibt. Auf der ganzen Wanderung waren wir die einzigen weit und breit. Dies war auch der Fall auf dem rund 90-minütigen Rundweg nach Millers Landing. Einzig einige Black Wallabies, Yellow-tailed Black Cockatoos und viele Black Swans liessen sich blicken. Trotz des verregneten Samstags hat es uns sehr gefallen und wir werden versuchen, die geplante Wanderung so bald als möglich nachzuholen.

Fotos: Wilsons Promontory